Gloria-Konzert mit Träumen, Emotionen und anderen Gefühlswelten

Stadtmusik Bad Säckingen will bei Konzerten am kommenden Samstag und Sonntag zeigen, dass sie jung und trotz 200-jähriger Tradition jung geblieben ist.

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18. Januar 2012, Badische Zeitung


Intensiv probt die Stadtmusik für ihr Gloria-Konzert.

BAD SÄCKINGEN (mig). "Von Träumen, Emotionen und anderen Gefühlswelten" handelt das Gloria-Konzert der Stadtmusik Bad Säckingen am kommenden Wochenende. "Wir möchten im Jahre eins nach dem 200.

Jubiläum zeigen, dass wir noch jung sind", meinte Musikdirektor Johannes Brenke, der mehrheitlich Werke von noch lebenden Komponisten ausgesucht hatte. Den Begriff "Zeitgenossen" mag er nicht so gerne, weil er falsche Vorstellungen von allzu avantgardistischen Kompositionen weckt.

Für die Aktiven ist das Konzert nicht zuletzt deshalb eine Herausforderung, weil sie erst Anfang November mit den Proben anfingen und weil es sich bei den Stücken zumeist um Neueinstudierungen handelt. Das einleitende Stück stammt von dem niederländischen Komponisten Jacob de Haan (Jahrgang 1959), der für seine Originalkompositionen für Blechblasorchester bekannt ist.

Es trägt den Titel "Elegie" mit dem Untertitel "Eifersucht" und bezog seine Inspiration von einem Gedicht des englischen Poeten John Donne (1572-1631), der zu den "metaphysischen Dichtern" zählt, und einem französischen Renaissancekomponisten sowie de Haans eigenen Vorstellungen, wie man Eifersucht musikalisch umsetzen kann.
Ein sehr leichtfüßiger und temperamentvoller Marsch stammt von Donizetti (1797-1848), der ihn dem Sultan Abdul Mejid gewidmet hatte, wie auch Rossini, von dem eine Komposition gleichen Titels überliefert ist. Neben dem Eingangsstück ist Alfred Reeds (1921-2005) fünfteilige Folge von armenischen Tänzen das längste Werk des Abends.
"Reed ist zwar schon gestorben, aber seine Musik ist so lebendig, dass wir ihn zu den lebenden Komponisten gezählt haben", meinte Brenke. Wie für folkloristische Werke typisch, ist die Musik sehr emotional, und Reed gelang es, das Kolorit überzeugend einzufangen - allerdings, so der Dirigent, sei das Stück nicht einfach zu spielen.


Bühnenmusik zu "Till Eulenspiegel" ist der Königsmarsch zu hören, das einzige Werk des Abends, das nicht im Original für Blechblasorchester geschrieben wurde. Man darf gespannt sein, welche Streiche sich der Komponist Sören Hyldgaard (1962) einfallen ließ.

In die Welt der Industrialisierung und der frühen Eisenbahnromantik führt Nigel Hess' (1953) musikalische Skizze "Stephenson's Rocket", die der ersten englischen Eisenbahn gewidmet ist, eine Verbindung von Emotion und Technik. "Spanisches Flair pur", so Brenke, wird Hardy Mertens (1960) Konzert-Pasodoble "Arnoldo" verbreiten. Das letzte Stück führt nach Japan. Itaru Sakai (1970) hatte sich für seine "Siebte Julinacht" von einer japanischen Sage inspirieren lassen, derzufolge ein junges Paar durch die Milchstraße getrennt ist und sich nur in dieser einen Nacht sehen darf. Dementsprechend freudig dürfte die Musik ausfallen.


Die Konzerte finden am Samstag, 21. Januar, 20 Uhr, sowie Sonntag, 22. Januar, 17 Uhr, im Gloria-Theater statt. Vorverkauf im Gloria-Theater oder im Internet unter http://www.gloria-theater.de