Sprühende Gala für einen Kulturtempel

Zeitzeugen, Bühnenshows, Gratulationen und Filmeinspielungen, gekonnt miteinander verknüpft, ließen die bewegte Gloria-Geschichte des vergangenen halben Jahrhunderts Revue passieren. Es war ein glanzvoller Abend mit rund 400 Gästen, unter ihnen auch lokale Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Finanzwesen.

< < z u r ü c k

30. November 2009, Südkurier


Bei einem „Festakt der besonderen Art“ darf natürlich auch ein Feuerwerk nicht fehlen, das den Kulturtempel zur Freude aller Besucher im Rahmen des Gala-Abends ausgezeichnet in Szene setzte.

„Dieser Abend bietet Raum, in Erinnerungen zu schwelgen“, unterstrich Szablewski. Eine Aufforderung, dem das Publikum gern folgte und mit tänzerisch schwungvollem Einstieg des Boogie-Woogie Clubs Bad Säckingen direkt in die 60er Jahre versetzt wurde. Eine Zeit in der Platzanweiserin Erika Heinemann alle Hände voll im Gloria-Theater zu tun hatte und Altstadtpapst Mimi Brogli im zarten Alter von 14 Jahren beim Wangenkuss von Cornelia Froboess errötete. Mit Einzug des Fernsehers in die eigenen vier Wände verlor das Kino an Bedeutung. Den Einzug des Schmuddelgenre, einst heftiger Diskussionspunkt zwischen der katholischen Kirche und dem Bad Säckinger Rathaus, hatte sich die Festspielgemeinde unter Leitung von Hilde Butz mit Originalzitaten zum Thema ihrer Aufführung gemacht.

Getragen von der Stadtmusik Bad Säckingen mit ihrem Dirigenten Johannes Brenke ging es von der Vergangenheit zu den Zugpferden der Gegenwart: den Musicals von Jochen Frank Schmidt und Alexander Dieterle. „Es ist eine beispielose Erfolgsgeschichte, die die Beiden bewerkstelligt haben“, betonte Szablewski. Deren Geheimrezept: „Mach es mit Liebe.“ Dass der Horheimer Komponist Schmidt alle Rollen seiner Stücke auch selbst besetzen kann, bewies er sogleich:Spontan schlüpfte Jochen Frank Schmidt in die Rolle des Bauarbeiters Dietmar und brachte gemeinsam mit Ruben Moratz einen amüsanten Auszug aus seinem Musical „Lichterloh“ auf die Bühne. Für Begeisterung sorgten auch die Hauptdarsteller der vergangenen drei Musicals, Jennifer Nowack und Johannes Hog. Ihr gesanglicher Part gemeinsam mit der Stadtmusik gipfelte im gänsehaut-treibenden „Music“ von John Miles.

Der Abend hielt auch bauliche Zukunftsvisionen fürs Gloria parat. Stadtbaumeister Michael Rohrer und Helmar Burkhart, Vorsitzender der Förderfreunde Gloria, präsentierten planerische Umbau-Ideen mit viel Glas und Transparenz. In diesem Zusammenhang überreicht, Burkhart der Stadt symbolisch einen Glasbaustein, den Bürgermeister Martin Weissbrodt entgegennahm. Der nannte das Gloria denn auch den „Diamanten der Kultur“. Die planerischen Höhenflüge sind jedoch noch Visionen mit einem Kostenaufwand im sechsstelligen Bereich, wie Helmar Burkhart einräumte. Aber ein erster Schritt ist getan: Die Sparkasse Hochrhein spendet an diesem Abend 5000 Euro.

Ein buntes Feuerwerk leitete zum Abschluss des Programms in die anschließende Feier über, bei der die Besucher auch zum großen Buffet erstmals die Bretter, die die Welt bedeuten, selber betreten durften.