Eine richtig gute Show

Basta – eine A-cappella-Gruppe aus Köln findet im Gloria-Theater ein begeistertes Publikum.

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02. März 2010, Badische Zeitung


Mit eigenen Songs und witziger Performance eroberte die A-cappella-Gruppe „Basta“ ihr Publikum im Gloria-Theater im Sturm.

BAD SÄCKINGEN. "Sie kommen aus Köln, sie sehen verdammt gut aus... und sie singen echt super". So vollmundig angekündigt kommen "Basta" auf die Bühne des voll besetzten Gloria-Theaters und machen schon im ersten Lied klar, dass die Vorschusslorbeeren berechtigt sind. Die Fünf sind eine witzige, poppige und stimmstarke A-cappella-Gruppe. Auf ihrer aktuellen Jubiläumstour "Die Fünf – live" machten sie erstmals in der Trompeterstadt Halt – mit riesigem Erfolg, denn der Beifall und die Zugabe-Rufe wollten gar nicht enden.

Die smarten Sänger überzeugen mit ihren eigenen Texten, verpackt in mitreißende eingängige Popsongs oder auch mal in schräge, ironisch-humorige Parodien. Passend zur Fastenzeit haben sie ein Lied speziell für Vegetarier mitgebracht: "Fleisch". Darin besingen sie den guten Öko-Willen und den hohen Fleischkonsum. Überhaupt sind die flotten Jungs in Jeans, Sakko und Rauten-Pullover in ihren Themen immer zeitgeistig und nah am aktuellen Puls.

So geben sie Tipps, wie man am besten bei den Mädchen landet, nach dem Motto "Immer schön cool bleiben", singen über die Qual der Wahl bei Starbucks oder über das Reisen. "Wetter im Gepäck" heißt dieses Lied, in dem es darum geht, dass man seine Probleme, seine Stimmungen, seine Persönlichkeit überall hin mitnimmt. Was sie unter einem ruhigen, romantischen Song verstehen, zeigt das charmante Quintett in dem Lied "Du tropfst" über Liebes-Gefühle bei Unwetter und Krisenstimmung.
Zwischendurch drehen sie das Rad der Zeit musikalisch ein bisschen zurück. Zum Beispiel in ihrer Version des Madonna-Hits "Like a virgin", bei dem Tenor René Overmann auf einem Barhocker einen auf Dean Martin macht. Oder in ihrer parodistischen Hommage an die "Urväter des A-cappella-Gesangs", die legendären Comedian Harmonists. Auch eine bissig-satirische Schlager- und Liedermacherparodie haben sie auf Lager: Vier "Backgroundsänger" imitieren stimmlich eine akustische Gitarre, während Solist Thomas Aydintan frei nach dem Hit "Über den Wolken" von Reinhard Mey und einem (Alptraum-)Flug in einer Cessna träumt. Nicht nur stimmlich, sondern auch choreographisch bietet "Basta" eine richtig gute, unterhaltsame Show. So punktet "Leadsänger" Overmann auch als schüchterner Womanizer, der versucht den wilden Kerl herauszukehren.

Nach der Pause erscheinen Andreas Hardegen, William Wahl, René Overmann, Werner Adelmann und Thomas Aydintan schick-elegant in schwarzen Anzügen und legen mit dem Song "Im nächsten Leben" gleich wieder voll los. Besonders gut kommt das Lied zum Thema Fußball an, das sich einer "Randgruppe" im Kickersport widmet: den "Spielerfrauen", die laut Klischee meist blond, sexy und den ganzen Tag beim Frisör sind. Sexy ist dazu auch die peppige Boygroup-Choreografie.

Überhaupt lohnt es sich, genau auf die frechen Songtexte zu hören, denn die sind wirklich originell und pfiffig. Zum Beispiel die deutsche Version eines Hits von Abba, bei der sich dann Cellulitis auf Pommes frites reimt... Auch von ganz alltäglichen Erfahrungen lassen sich die Sänger inspirieren. So handelt das Lied "Auf der A 1" von ihren Beobachtungen und Erlebnissen bei endlosen Tourstunden auf der Autobahn. Eher in Richtung Skurriles gehören die "tierische" Nummer vom Flamingo – gesungen auf einem Bein stehend – oder die von den Traumberufen und dem Lehrer im Mädcheninternat.

Was sie stimmlich alles drauf haben querbeet durch alle Stile, führen "Basta" in dem umjubelten Rap-Song "Party total" mit Breakdance-Einlage von Tenor Werner Adelmann vor. Und gänzlich aus dem Häuschen ist das Publikum bei dem herrlich abgefahrenen Titel "Bratislava Lover", einem augenzwinkernden Loblied auf den osteuropäischen Macho. Da präsentieren sich die Sänger stimmgewaltig wie ein Kosakenchor und legen noch ein paar Kasatschok-Schritte hin. Auf den frenetischen Beifall hin bringen "Basta" als eine der Zugaben noch eine umgetextete Fußball-Hymne für Joachim Löw – da kann ja bei der WM in Südafrika nichts mehr schief gehen...