12.01.2011 12.01.2011 Musical Gloria Theater Gloria-Theater: Gegenwind für Zukunftspläne

Mit einem langfristigen Konzept wollen die Betreiber des Gloria-Theater das Haus zukunftssicher machen sowie eigene Investitionen absichern.

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12. Januar 2011, Südkurier

„Gloria-Theater 2036“ fußt – wie der Name verrät – auf einem 25 Jahre währenden kostenfreien Mietverhältnis mit Gegenleistungen.

Die Anzahl der Jahre ist nur ein Grund dafür, weshalb den Betreibern Jochen Frank Schmidt und Alexander Dieterle am Montag eine unerwartet steife Brise aus den Gemeinderatsfraktionen entgegen blies. Beide hatten den Vertrag mit der Stadt ausgearbeitet. Er soll nun nochmals modifiziert werden.

Wolfgang Lücker (CDU) verwies auf die anderen langfristigen Verträge, die die Stadt binden. So koste allein der mit dem Aqualon die Stadt 25 Jahre lang jeweils 600 000 Euro. Das Gloria belaste die Stadt insgesamt jährlich mit 80 000 Euro.

Lücker schlug deshalb unter anderem eine Kürzung der Laufzeit mit einer Verlängerungsoption vor. Er monierte zudem den vertraglich festgelegten Ausschluss von möglichen Konkurrenzveranstaltungen im Kursaal.

Im Grunde ins selbe Horn stießen die anderen Fraktionen. Etwa Ulrich Schoo von der SPD, der zudem den Ausschluss der freien Veranstaltungen kritisierte. Als Beispiel führte Schoo das Schulkino an. Abweichend von der Meinung seiner Fraktion spricht Frank van Veen dem „Wirtschaftsbetrieb“ gar jegliche Unterstützung ab. Petra Schwarz-Gröning (Freie Wähler) will die Kostenmiete in Höhe von monatlich 2000 Euro zunächst für fünf Jahre erlassen: „Das sind pfiffige junge Leute. Vielleicht brauchen sie uns bald gar nicht mehr.“

Auf uneingeschränkte Anerkennung stieß der große Erfolg des Glorias und dessen Bedeutung für die Stadt. Deshalb dürfe das Konzept nicht erschüttert werden, sagte Johannes Hansmann (FDP). „Auf eine Annäherung der Standpunkte“, hofft Bernhard Biendl (Grüne). Das Kultursponsoring Bad Säckingens sei im Vergleich mit anderen Städten durchaus angemessen. „Ein Kulturhaus dieser Güte ohne Zuschüsse dem freien Markt zu überlassen ist unmöglich“, sagte Bürgermeister Martin Weissbrodt.

Mit der Langfristigkeit des Vertrages wolle sein Unternehmen ein Signal für ein dauerhaftes Engagement setzen, erklärte Schmidt. Dass die Stadt weiterhin große Summen in die Gebäudesanierung investieren müsse, wie von Clemens Pfeiffer befürchtet, schloss Schmidt aus. Das wichtigste sei gemacht.