„Heute ist mein Glückstag“

< < z u r ü c k

23. Mai 2011, Südkurier


Strahlendes Lächeln nach einem harten Tag: Jury und Gewinner – ein Teil war schon zu abendlichen Engagements abgereist – posierten für die Fotografen.

Hochrhein/Konstanz – „Wow, heute sind ja fast alle in Pink gekleidet“, begrüßte Jochen Frank Schmidt von Hochrhein Musicals die Casting-Teilnehmer im SÜDKURIER Medienhaus in Konstanz, das sich am Samstag in ein Musik-Theater verwandelte. „Ich bin der Komponist und Regisseur des wunderbaren Werks“, leitete er zum Erfolgs-Musical „Lichterloh“ über, das jetzt eine Neuinszenierung erfährt und im November 2012 im Gloria-Theater in Bad Säckingen Premiere feiern wird.

Die anwesenden etwa 50 jungen, ambitionierte Frauen und Männer träumen von einem Engagement in dieser beliebten Fantasie-Liebeskomödie. Sie wurden für das Casting in Konstanz ausgewählt, darunter Birgit Niethammer aus Rheinfelden. „So, und jetzt gebt Vollgas! Gebt alles, was ihr habt!“, forderte Schmidt und los ging es mit dem Vortanzen.

Tänzerin und Tanzlehrerin Patrizia Faber studierte mit den Kandidatinnen und Kandidaten eine Kurzchoreografie ein, unter den aufmerksamen Blicken der kompetenten Jury von Hochrhein-Musicals, bestehend aus Intendant Jochen Frank Schmidt, Produzent Alexander Dieterle und Choreografin Vanessa Vario. Eine Kleingruppe folgte der nächsten. Es ging Schlag auf Schlag in rasantem Tempo. Etwas außer Atem, aber sichtlich erleichtert kam auch Birgit Niethammer wieder aus dem Vortanzraum. „Das war ja eine richtige Show-Nummer“, kommentierte sie und fügte an: „Es hat richtig Spaß gemacht. Patrizia, die Tänzerin, war sehr nett, auch wenn sie zum wievielten Mal auch immer die Choreografie erklärte“, so Birgit Niethammer. „Die Stimmung war gut. Die gesamte Jury ist freundlich. Man musste nicht vor einer kritischen Wand vortanzen.“ Birgit Niethammer hat auch schon reichlich Vergleichsmöglichkeiten. Die 21-Jährige, die aus Rheinfelden stammt, stand schon früh auf der Bühne. „Mit elf Jahren hatte ich eine Kinderrolle in Evita in Basel“, berichtete sie, die schon immer ans Theater wollte. Während der Schule nahm sie bereits Tanz- und Gesangsunterricht. Nach dem Abitur folgte zunächst ein Sozialpraktikum und jetzt ist sie an der Neuen Münchner Schauspielschule.

Sie liebt das klassische Theater ebenso wie Musicals und arbeitet zielstrebig auf dieses Berufsziel hin. „Es ist kein Kleinmädchentraum. Ich weiß, dass es ein knallharter Job ist, aber wenn man sich in den Beruf verliebt, dann hat man keine Chance. Es ist dann eine Berufung“, stellte Birgit Niethammer fest, wohlwissend, dass der Weg bis zum Ziel hart ist. Auch bei diesem Casting, an dem hauptsächlich in Ausbildung befindliche Nachwuchs-Musical-Darsteller teilnahmen. Harte Konkurrenz also. „Entweder hat man Glück oder nicht“, zuckte die junge Frau die Schultern. „Wenn man nicht genommen wird, heißt das noch lange nicht, dass es am eigenen Können liegt. Oftmals ist man einfach nicht der Typ für die zu besetzende Rolle.“

Birgit Niethammer schien nach außen hin ruhig und gelassen, obwohl sie am Vortag ausgesprochenes Pech hatte. Sie wollte für das Vorsingen noch die entsprechende Musik von ihrem Computer herunterladen, aber der PC funktionierte nicht. Doch die Crew der Hochrhein Musicals beschaffte kurzerhand das benötigte Stück. Birgit Niethammer war glücklich. „Ich glaube, heute ist mein Glückstag“, frohlockte sie. Und dann ging es schon zum Vorsingen. Anschließend wieder zermürbendes Warten bis zur Bekanntgabe der Sieger. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schafften den Sprung in die nächste Runde. Auch Birgit Niethammer. Es war tatsächlich ihr Glückstag.

Bilder vom Casting im Internet unter:

www.suedkurier.de/bilder